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Die aktuell maßgebliche S3-Leitlinie zum Fiebermanagement („Fieberleitlinie“)

In Deutschland wurde 2025 unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) veröffentlicht und gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche im ambulanten Bereich.

 

Zentrale Empfehlungen

Fiebersenkung: Die Gabe antipyretischer Medikamente (z. B. Paracetamol oder Ibuprofen) wird nur empfohlen, wenn das Kind unter dem Fieber deutlich leidet – nicht bei „hohem Fieber“ allein. Die Dosierung muss alters- und gewichtsgerecht sein und die Anwendung sollte zeitlich begrenzt erfolgen.​

 

Warnzeichen: 

Folgende Anzeichen erfordern eine ärztliche Vorstellung: Bewusstseinsstörungen, schrilles Schreien, Hauteinblutungen, Austrocknung, ausgeprägte Atemnot, verlängerte Rekapillarisierungszeit.​

Sondergruppen: Bei Neugeborenen und Säuglingen unter 3 Monaten gilt besondere Vorsicht: Bereits ab einer rektalen Temperatur von 38 °C soll eine ärztliche Abklärung erfolgen, um eine schwere bakterielle Infektion auszuschließen.​

Antibiotika: Antibiotika sollen streng indikationsbezogen verwendet werden. Fieber allein ist keine Indikation; meist sind Infekte viral bedingt.​

 

Praktische Hinweise:

Wadenwickel oder andere physikalische Maßnahmen können bei Unwohlsein angewendet werden, sollten aber körperwarm sein und nur bei warmen Extremitäten erfolgen.​

 

Eltern- und Patientenleitlinie: 

Es gibt eine speziell vereinfachte Elternleitlinie, die grundlegende Warnzeichen, richtige Messmethoden und Empfehlungen für die Rückkehr in Schule/Kita erläutert.​

 

Rückkehr in Gemeinschaftseinrichtungen:

Die Leitlinie empfiehlt, Kinder erst einen vollen Tag fieberfrei und wieder belastbar in Kita oder Schule zu schicken. Arbeitgeber sollen diesen Erholungszeitraum unterstützen.​

 

Weitere Details zur S3-Leitlinie sind über das AWMF-Register und Fachgesellschaften abrufbar.​

Diese Leitlinie stellt einen Paradigmenwechsel dar: Sie rückt von der pauschalen Senkung des Fiebers ab und stellt das Symptomverständnis sowie die Befindlichkeit des Kindes in den Mittelpunkt der Behandlung.​